Märkische Allgemeine vom 17. Juni 2010

Märkische Allgemeine vom 17.06.2010
Immer misstrauisch sein
SICHERHEIT Wittstocker Revierpolizisten informierten über ungebetene Gäste und Trickbetrüger
Innerhalb der Brandenburgischen Seniorenwoche waren die beiden Revierpolizisten Andreas Gattermann und Lutz Strissel zu Gast in der AWO-Tagespflegestätte.
von Madlen Wirtz
WITTSTOCK. Die Telefonnummer 11 61 16 sollte sich jeder wirkllich gut merken. Denn unter Umständen kann sie die Rettung in der Not sein. Nämlich dann, wenn die Geldkarte fürs Girokonto gestohlen wurde und man innerhalb weniger Augenblicke das Konto sperren lassen muss.
Aber soweit sollte es erst gar nicht kommen. Die beiden Wittstocker Revierpolizisten Andreas Gattermann und Lutz Strissel informierten am Dienstag, wie man sich vor Langfingern am Geldautomaten schützen kann. Sie waren zu Gast bei den Senioren der Wittstocker AWO-Tagespflegestätte in der Rosa-Luxemburg-Straße. "Gehen Sie am besten in Begleitung zum Bankautomaten. Wenn Sie am Automaten stehen, schauen Sie um sich herum und betrachten die Tastatur genau. Ist da etwas Auffälliges, was sonst noch nie da war? Es darf zum Beispiel keine dünne Folie darüber sein, die Rückschlüsse auf die Pin-Nummer zulassen könnte", sagte Gattermann. Sollte es eine Veränderung im Bereich des Automaten geben und man sich deshalb unsicher fühlen, sei es ratsam sich an den Bankberater am Schalter zu wenden.
Eine Masche, mit der Betrüger immer wieder bei den Rentnern durchkommen, ist der sogenannte "Enkeltrick" am Telefon. Mit den Worten "Rate mal, wer hier spricht" oder auch ähnlich lautenden Formulierungen, gelingt es den Ganoven sich als Enkel oder als einen anderen Verwandten oder guten Bekannten auszugeben. "Seien Sie immer misstrauisch, verraten Sie nie einen Namen von ihren Verwandten. Sollte es zu finanziellen Forderungen kommen, halten Sie unbedingt Rücksprache mit den Angehörigen. Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen die Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt", rät Revierpolizist Andreas Gattermann.
Misstrauen ist auch dann angebracht, wenn es an der Tür klingelt. "Es kommt häufig vor, dass Senioren nur allzu schnell auf den elektronischen Türöffner drücken. So verschaffen sich Betrüger Zugang in Mehrfamilienhäuser. Sie geben sich beispielsweise als Postzusteller oder Stromableser aus", warnt Revierpolizist Lutz Strissel vor ungebetenen Gästen. Im Falle der Zählerableser rät er den Senioren, sich vorher an die Hausverwaltung zu wenden. Denn sie wüsste, ob im Hause tatsächlich der Ableser einen Termin hat. Andererseits sind die Termine auch sichtbar im Hausflur angebracht.
Die Senioren der AWO-Tagespflege waren dankbar für diese Informationen. Im Kreise der Familie wollen sie sich darüber austauschen und sich gegebenenfalls ihre Fragen zur allgemeinen Sicherheit notieren. Denn die beiden Revierpolizisten kamen nicht nur, weil die Brandenburgische Seniorenwoche stattfindet. Sie wollen in absehbarer Zeit erneut bei ihnen zu Gast sein. "Als Polizisten zum Anfassen nehmen wir uns die Zeit für Sie und beantworten gern Ihre Fragen", so Lutz Strissel. Er ist auch in Seniorenklubs der Stadt regelmäßig unterwegs und informiert dort über die Sicherheit im Rentneralltag.
Tipps zur Sicherheit
An Geldautomaten darauf achten, dass keine Folie auf den Tasten ist. Mit verdeckter Hand die Pin eingeben. Größere Beträge in Begleitung abheben.
Im Notfall die 11 61 16 anrufen, um das Konto zu sperren.
Die Haustür nie unbedacht öffnen.
Am Telefon nie den Namen eines Verwandten sagen.



