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Der Prignitzer vom 28. Juni 2010

Nach 20 Jahren und 302 Tagen Leitungstätigkeit übergab Detlef Merten den Staffelstab an Anke Schicketanz.
Foto: Birgit Hamann

Der Prignitzer vom 28.06.10

Loslassen nach 20 Jahren: Neue Leitung im Wilsnacker AWO-Seniorenheim

Bad Wilsnack. Der Abschied fiel Detlef Merten am Sonnabend schwer und auch wieder leicht. Schließlich weiß er, in wessen Händer er die Leitung des Bad Wilsnacker AWO-Seniorenheimes ab 1. Juli legt. "Wir kennen uns schon 22 Jahre", sagt Merten über seine Nachfolgerin Anke Schicketanz. Das und der Umstand, dass er in den kommenden Monaten noch stundenweise in der Leitungsarbeit hilft, machen das Loslassen einfacher, sagt Merten.

20 Jahre und 302 Tage stand er der Pflegeeinrichtung vor, führte das Heim ohne Blessuren durch die Wendezeit, begleitete die Übernahme des zuvor städtischen Hauses 1993 durch die AWO und auch den Neubau im Jahre 2004. "An den habe damals wohl nur noch ich selbst geglaubt", erinnerte er sich im Rahmen eines kleinen Empfangs, den Merten anlässlich seines 65. Geburtstages und seines Abschiedes gab.

Die traditionsreiche Einrichtung gibt es in der Kurstadt seit mehr als 50 Jahren. 1959 wurde das Gebäude errichtet, damals bereits zweckentsprechend als Pflegeheim. Über die Jahrzehnte erfuhr es mehrere Veränderungen - die nachhaltigste, nämlich die vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan - vor sechs Jahren. "Wir sind eine feste Größe für die Kurstadt", unterstreicht er. Die 68 Vollzeitpflegeplätze, ergänzt von einem Kurzzeitpflegeplatz, sind voll ausgelastet. Die Nachfrage in der angegliederten Tagespflegestätte sei so groß, dass sie noch in diesem Jahr auf 16 Plätze erweitert werde, informiert Anke Schicketanz.

Die neue Leiterin ist ein Eigengewächs des AWO-Seniorenheims. Die ausgebildete Krankenschwester erklomm nach und nach die Karriereleiter in der Pflege, qualifizierte sich zur gerontopsychiatrischen Fachkraft, leitete im Haus den Wohnbereich "Fuchs", bildete sich zur Pflegedienstleiterin weiter und absolviert derzeit eine Ausbildung als Heimleiterin - alles berufsbegleitend. "Die Familie steht hinter mir" sagt die Sigrönerin, angesprochen auf das Arbeits- und Lernpensum, dem sie sich freiwillig stellt. "Das reizt mich einfach", meint Anke Schicketanz.

Sie findet es generell wichtig, sich weiterzubilden, immer auf dem aktuellen Stand zu sein und das Wissen an die Mitarbeiter weiterzugeben. 52 sind es im Bad Wilsnacker Heim. Viele von ihnen halten der Einrichtung schon lange die Treue.

Ein solch stabiler Mitarbeiterstamm sein unschätzbar wertvoll, wenn ein Pflegeheim erfolgreich laufen soll. "Wir bilden aber auch aus, haben einen Lehrling im dritten und einem im ersten Lehrjahr. Im Oktober wird es einen neuen geben", so Merten.

Der Glöwener will seine hinzugewonnene Zeit als Rentner in die Familie investieren, seinen Kindern, die über Deutschland verstreut leben, nun häufiger Besuche abstatten. "Und endlich einmal Weihnachten und Silvester im Kreise meiner Lieben genießen. Die Feiertage kenne ich eigentlich nur aus der Heim-Perspektive."

Birgit Hamann

 

 
 
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