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„1 + 9“ - 1 Ziel, 9 Forderungen

Medieninformation

Für ein solidarisches Miteinander in unserer Gesellschaft

Der AWO Bezirksverband Potsdam e.V. will sich stärker in die Politik des Landes Brandenburg einbringen, das erklärte die Vorstandsvorsitzende Angela Schweers jüngst bei der Präsentation eines Forderungskataloges in Potsdam. Wie die AWO-Chefin sagte, sei das „1+9“-Papier – 1 Ziel, 9 Forderungen – Ergebnis zahlreicher Fachforen und Aktionswochen der vergangenen Jahre.

„Das Miteinander in unserem Land wird immer schwieriger. Deshalb wollen wir unsere Themen wie die Überwindung von Armut und Wohnungslosigkeit oder die Unterstützung von Alleinerziehenden noch stärker einbringen. Wir wollen die Politik in unserem Land beeinflussen“, sagte Schweers und kündigte an, das Papier an die Parteien im Landtag übergeben zu wollen.

Außerdem solle es Fachtagungen zu den Themen unter Beteiligung der zuständigen Ausschüsse auf Landes- und Kommunalebene geben. „Wir wollen klar sagen, wofür wir als Wohlfahrtsverband stehen und werden klar abrechnen, was von unseren Forderungen in der Politik umgesetzt wird. Unser Ziel ist, dass diese Themen in zukünftige Koalitionsverträge oder Regierungsprogramme aufgenommen werden“, so die AWO-Chefin.

Die „1+9“-Kampagne ist auch eine Anspielung auf das Jahr 2019. Da wird die AWO nämlich 100 Jahre alt.

 

1 Ziel, 9 Forderungen

Unser Ziel ist eine sozial gerechte Gesellschaft.

Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Handelns. Deshalb muss das Wohl der Hilfebedürftigen in der Gesellschaft die Messlatte staatlichen Wirkens sein. Nur so können wir alle Menschen dabei unterstützen, ihr Leben selbstständig und verantwortlich zu gestalten.

Armut überwinden

In Brandenburg lebt jeder siebte Einwohner in Armut. Bei einzelnen Gruppen wie Kindern, Alleinerziehenden, Behinderten oder Alten ist der Anteil sogar noch höher. Wir fordern mehr finanzielle Mittel zur Überwindung von Armut in allen Altersklassen und gezielte nachhaltige Hilfen.

Subsidiaritätsprinzip erhalten und stärken

Wir wollen, dass Menschen ihr Leben selbstständig und verantwortlich gestalten können. Dazu zählt, dass der Staat die Rahmenbedingungen für gleichwertige Chancen schafft und das Subsidiaritätsprinzip als Strukturprinzip für einen föderalen Aufbau des Gemeinwesens begreift. Grundlage dafür ist eine leistungsfähige und starke Wohlfahrtspflege. Wir fordern, dass nicht nur Wirtschaftlichkeit entscheidet, sondern der Dienst am Menschen und die Qualität der Dienstleistung im Mittelpunkt stehen. Für Gesundheits- und soziale Dienstleistungen muss dieses Subsidiaritätsprinzip im Vergaberecht neu geregelt bzw. durchgesetzt werden.

Inklusion - Ja, aber richtig.

Ob Arbeitsplatz, Wohnen oder Freizeit - kein Mensch darf ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden. Dies erfordert ein Umdenken: Inklusion hat die Anpassung des Systems an die Bedürfnisse von Menschen zum Ziel und nicht umgekehrt. Daher sollten Ressourcen, die derzeit noch für integrative Maßnahmen eingesetzt werden, in ein teilhabeorientiertes, einheitliches und transparentes System überführt werden.

Geflüchtete integrieren

Die weltweiten Krisen betreffen auch Brandenburg und seine Kommunen. Allein 2016 hat unser Land 9.300 Geflüchtete aufgenommen. Deshalb muss Migrations- und Integrationspolitik langfristig geplant, finanziell gesichert und konsequent durchgeführt werden. Integrationspolitik erfordert Fachkräfte mit interkulturellen Kompetenzen in allen gesellschaftlichen Arbeitsfeldern. Die Integration von Migrantinnen und Migranten kann nur gelingen, wenn sie in allen gesellschaftlichen Bereichen partizipieren können. Das bedeutet zuerst, die Landessprache zu erlernen und Perspektiven zu eröffnen. Dann gelingt Partizipation.

Ländlichen Raum stärken

Prognosen gehen davon aus, dass 2030 mehr als die Hälfte aller Brandenburger rund um Berlin leben wird. Damit verbunden ist eine drohende Spaltung des Landes. Wir fordern deshalb, dass auch im ländlichen Bereich neben Fragen der Infrastruktur und Bildung auch zukünftig Maßnahmen getroffen und Initiativen unterstützt werden, die das soziale Leben aufrechterhalten und stärken.

Sozialen Wohnungsbau fördern

In Brandenburg gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Das setzt insbesondere Sozialschwache unter Druck, da sie einen Großteil ihres Geldes für Wohnraum ausgeben müssen bzw. aus bestimmten Wohngebieten verdrängt werden. Wir fordern ein Umdenken in der Wohnungsbaupolitik und mehr Investitionen in den Sozialen Wohnungsbau und zwar in allen Quartieren. Es darf keine Stigmatisierung und Gentrifizierung geben.

Wohnungslosigkeit verhindern

Steigende Mieten, teure Sanierungen, Verdrängung aus dem Quartier - immer mehr Menschen in Brandenburg sind von Wohnungslosigkeit bedroht. Das stellt insbesondere für Familien und Kinder eine große Bedrohung dar. Wir fordern, mehr Einsatz für eine Vermeidung von Wohnungslosigkeit z.B. durch die Einrichtung von entsprechenden Fachstellen und einer Bedarfsentwicklung auf Grundlage einer nach landes- und bundesweit differenzierten Wohnungslosenstatistik.

Qualität und Quantität für Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen ausbauen

Brandenburg ist bei vielen Bildungstests und Vergleichen meist nur im Mittelfeld. Das liegt nicht an den Kindern und Schülern, sondern an den Rahmenbedingungen. Wir fordern einen Ausbau der Qualität und Quantität für Kitas, Schulen und Jugendeinrichtungen.

Schulgesundheitskräfte einführen

Schulkrankenschwestern sichern an den Schulen die Erstversorgung von verletzten oder kranken Kindern und schaffen durch Präventionsprojekte ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein bei Schülern, Eltern und Lehrern, etwa zu gesunder Ernährung oder Bewegung. Außerdem arbeiten sie eng mit den Schulen, dem Kinder- und Jugendgesundheitsdienst der Kommunen (KJGD) und weiteren Institutionen im Bereich der Früherkennung von Krankheiten zusammen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für den Erfolg von Kindern und Bildungseinrichtungen. Wir fordern deshalb, nach dem Abschluss des Modellprojektes die landesweite Einführung von Schulgesundheitskräften an öffentlichen Schulen.

 

Kontakt:
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Anschrift:
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