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Koordination des Ehrenamts soll verstärkt werden

Märkische Allgemeine vom 18. Juni 2018

Noch bis 12. Juni können Personen und Projekte für den Potsdamer Ehrenamtspreis vorgeschlagen werden

Rund ein Drittel der Potsdamer engagiert sich ehrenamtlich. Foto: PD

Über 400 Menschen arbeiten ehrenamtlich in den Projekten des Potsdamer Bezirksverbands der Awo. Nur zehn Menschen leisten als Familienpaten des Netzwerks Gesunde Kinder wichtige unentgeltliche Hilfe – große und kleine Träger von ehrenamtlicher Arbeit haben gestern auf sich und ihren Bedarf bei der ersten Potsdamer Ehrenamtsbörse auf dem Luisenplatz aufmerksam gemacht. Doch hinter den zwei Dutzend Ständen verbirgt sich nur ein Bruchteil des tatsächlichen ehrenamtlichen Engagements der Stadt.

Weit über 50 000 Potsdamer könne man als Ehrenamtler zählen, schätzt Erik Rahn. Der Pädagoge, der lange für die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen wirkte, untersucht derzeit den Status des Ehrenamts in Potsdam. Bis zum September will er seinen Bericht fertiggestellt haben, der auf Umfragen und Interviews beruht. „Es gibt in Deutschland ein West-Ost-Gefälle bei ehrenamtlicher Arbeit. Doch Potsdam ist keine typische ostdeutsche Stadt und in der glücklichen Lage eines dynamischen und sehr vielfältigen Engagements“, resümiert Rahn. In Fragen der Koordination und Kommunikation, aber auch bei der Anerkennung der Arbeit sieht Rahn aber noch Defizite.

Darauf ging bei der Börse auch Potsdams Sozialbeigeordneter Mike Schubert (SPD) ein. „Wir überarbeiten das Ehrenamtskonzept aus dem Jahr 2009 und werden aus diesen Erkenntnissen überlegen, welche Handlungsstränge wir stärker finanzieren müssen“, so Schubert. Ein Ziel ist Vereinheitlichung: Das Thema ist derzeit über drei Geschäftsbereiche der Verwaltung zersplittert und soll nach mehreren Jahren ohne zentrale Figur wieder in einer Hand zusammengeführt werden. „Der Ehrenamtskoordinator kommt zurück!“, versprach Schubert. Das ist vor allem für Bernd Schulze von der städtischen AG Ehrenamt eine gute Nachricht. „Ich weiß, wie schwer es die kleineren Initiativen und Vereine haben, die nicht auf hauptamtliche Profis bei der Awo oder anderen großen Trägern setzen können. Die brauchen Hilfestellung, denn die Bürokratie neben dem Engagement wächst immer stärker“, sagt Schulze.

Ein wichtiges Element im Ehrenamtskonzept ist die Wertschätzung der Arbeit – für viele Engagierte reicht der Dank derjenigen, denen sie helfen. Doch der Potsdamer Ehrenamtspreis sorgt für übergeordnete Anerkennung. Noch bis zum 12. Juni werden Vorschläge und Bewerbungen für den diesjährigen Ehrenamtspreis gesucht, der am 26. Juni bereits zum zwölften Mal verliehen werden soll. Sozial, sportlich, kulturell oder nachbarschaftlich engagierte Personen, Projekte und Unternehmen können mit einem Bewerbungsbogen vorgeschlagen werden, der unter www.ehrenamt-potsdam.de zu finden ist.

Von Peter Degener

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