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So geht Völkerverständigung: Israelis besuchen Rathenow

MAZ online vom 05.04.2019

Die Arbeiterwohlfahrt in Rathenow hat derzeit zehn Israelis zu Gast. Sie wurden dabei herzlich vom Bürgermeister empfangen, sahen sich die Stadt an und besuchten Einrichtungen der Awo.

Rathenow
Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Rathenow hatte in dieser Woche eine Gruppe von Fachkräften aus dem Sozialwesen von Israel zu Gast. Der Awo-Bezirksverband Potsdam unterhält seit einigen Jahren einen wechselseitigen Austausch mit dem Wüstenstaat. Erstmals ist in das Besuchsprogramm nun auch Rathenow mit einbezogen worden.
Die zehn Gäste aus Israel bekamen die Schönheiten des Westhavellandes gezeigt. Bürgermeister Ronald Seeger nahm sich für eine Begrüßungsrunde Zeit. Die Awo nutzte aber auch die Gelegenheit, um einen Teil ihrer Einrichtungen in Rathenow vorzustellen. Verantwortlich für die Begleitung war Petra Heinze, Leiterin der Awo-Erziehungs- und Familienberatung.

Zuerst suchten die Gäste das Interkulturelle Familiencafé in der Heinrich-v.-Rosenberg-Straße auf, wo Flüchtlingsfrauen ohne Kinderbetreuungsplatz Deutsch lernen können. Nach einem gemeinsamen Mittagessen dort wurde ein Fachgespräch über die Angebote des Familiencafés für die Kinder und ihre Eltern geführt.

Besuch in der Erziehungsberatung
Am nächsten Tag lernten die Israelis zunächst die Erziehungs- und Familienberatungsstelle der Awo in der Rosa-Luxemburg-Straße kennen. Sabine Ziemer, Leiterin des Jugendamtes der Kreisverwaltung, stellte die Arbeit ihrer Einrichtung vor. Am Nachmittag folgte ein Fachbesuch in der Tagesstätte für junge und erwachsene Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Puschkinstraße.

Linor Goldenstein, die Leiterin der israelischen Gruppe, zeigte sich von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit in Rathenow sehr beeindruckt. Man habe sofort das Gefühl gehabt, willkommen zu sein, hob sie hervor. Die Stadt mache einen ruhigen und friedvollen Eindruck, sie sei sehr sauber und ordentlich.
In der Reisegruppe habe man erst gedacht, dass die Leute in Deutschland ein bisschen steif und straff organisiert seien, erzählte sie. Aber schon die Begrüßung beim Bürgermeister zu Beginn in Rathenow habe sich schnell als unerwartet locker heraus gestellt.

Man sollte wissen, dass die Gäste aus Israel jede Gelegenheit nutzten, um Lieder aus ihrer Heimat zu singen und dazu zu tanzen. Das ist auch auf dem Video in der Online-Ausgabe zu sehen. Bürgermeister Ronald Seeger und nicht wenige andere Rathenower ließen sich zum Mittanzen anregen.
Auch der Besuch des Jüdischen Friedhofs von Rathenow stand auf dem Programm. Bei den Erinnerungsfotos der israelischen Gäste auf dem Platz der Freiheit fällt auf, dass sie als Hintergrund nicht das von Deutschen eher bevorzugte Landratsamt als Hintergrund wählten. Es war ihnen wichtiger, sich vor dem Denkmal für die Opfer des Faschismus zu fotografieren.

Wie Petra Heinze erzählt, ist sie selbst vor drei Jahren für eine Woche mit einer Fachkräftegruppe der Awo in Israel gewesen. Besuche von weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie der alten Festung Masada oder der Westmauer des einstigen Tempels gehörten natürlich zum Programm. Dabei waren aber auch Fachgespräche in einer Einrichtung für autistische Kinder und in einem Dorf, wo Menschen mit seelischen und körperlichen Handycaps integriert in der Gemeinschaft leben.

Von Bernd Geske

Hier können Sie den kompletten Artikel mit Bildern sehen.

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