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„Wir zahlen kein Geld aus, sondern Sachleistungen“

Märkische Allgemeine vom 27.11.2018

Sterntaler-Aktion: Franziska Löffler erläutert die Arbeit der neuen Anlaufstelle Kindermut der Arbeiterwohlfahrt

Der Potsdamer Bezirksverband der Awo kämpft gegen Kinderarmut, seit August hat der Wohlfahrtsverband das Büro „Kindermut“ eingerichtet, das diesen Kampf unterstützt. Die MAZ sammelt in der Aktion Sterntaler Spenden für diese Anlaufstelle. Deren Leiterin Franziska Löffler erklärt, wie sie Familien in Not hilft und wie die Hilfe der MAZ-Leser ankommt.

Frau Löffler, wie sieht die Arbeit des Büros Kindermut konkret aus?
Ich bin die Koordinatorin des Projekts und organisiere die Projekte, die wir unter dem Dach des Büros Kindermut durchführen. Wir sind in den verschiedenen Potsdamer Stadtteilen unterwegs, im Moment vor allem im Süden. Dort haben wir Kooperationen mit Einrichtungen wie Kitas und Eltern-Kind-Zentren, in denen wir arbeiten. Wir sind für Menschen da, die Fragen haben, wir begleiten diese Menschen auf ihrem Weg zu Leistungen, die ihnen zustehen. Dazu gehören Mittel wie der Kinderzuschlag oder aus dem Bildungs- und Teilhabe-Paket.

Nun können aber diese Fördermöglichkeiten auch nicht alles auffangen. Richtig. Deshalb suchen wir individuell nach Lösungen. Wir vermitteln Paten oder Spender, die dann die Dinge zur Verfügung stellen, welche nicht gefördert werden. Vor allem aber geht es uns darum, die staatlichen Mittel so abzurufen, wie sie gedacht sind. Erst danach geht es um andere Töpfe.

Da kommen die MAZ-Leser ins Spiel, die bei Sterntaler für Kindermut spenden.

So können MAZ-Leser helfen Bitte spenden Sie an:
AWO Bezirksverband Potsdam
Verwendungszweck: Sterntaler
Deutsche Kreditbank Berlin
BIC: BYLADEM1001
IBAN: DE71 1203 0000 0000 4821 09

Spendenquittungen erhalten Sie, sofern Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift bei der Überweisung mit angeben.
Haben Sie Anregungen zur MAZ-Weihnachtsaktion?
Möchten Sie uns die Geschichte erzählen, die Sie ganz persönlich mit Kinderarmut und dem Kampf dagegen verbindet? Dann melden Sie sich bei der MAZ-Lokalredaktion Potsdam per Telefon unter der Nummer 0331/2 84 02 80 oder auch gern per EMail an potsdamstadt@ MAZ-online.de

Was passiert mit dem eingenommenen Geld? Beantragen das bedürftige Familien bei Ihnen? Es ist nicht so, dass man uns anruft und sagt, man brauche jetzt 200 Euro. Wir zahlen kein Geld aus, sondern Sachleistungen. Wenn ein Kind zum Beispiel keinen Schwimmkurs machen kann, weil das Geld nicht da ist, dann suchen wir einen Platz für das Kind und kümmern uns um die Finanzierung.

Genauso läuft es bei den Schulmaterialien. Hier haben wir Kontakt zu Sozialarbeitern und den Direktoren, die ganz genau wissen, wer wirklich etwas braucht.

Sie bieten außerdem Stadtteilfrühstücke an. Zu denen jeder einfach hinkommen kann, dort gibt es gratis ein gesundes Frühstück und die ganz niederschwellige Möglichkeit, sich beraten zu lassen. Da kann man einfach mal nachfragen, wenn man die Sportsachen für die Kinder nicht bezahlen kann, welche Möglichkeiten es noch gibt. Wir helfen dann, Anträge zu stellen, oder schauen gemeinsam, woher wir sonst Mittel bekommen.

Sie bilden also die Rückfallposition? Zuerst wollen wir die Familien befähigen, selbst die finanziellen Sorgen zu überwinden. Wenn das nicht funktioniert, kommen wir ins Spiel. Wir richten vom Spendengeld Kontingente ein, die wir dann zur Verfügung stellen können, wenn nichts anderes mehr möglich ist.

Interview: Saskia Kirf

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