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Wohnstätte Burgstraße

Anschrift

AWO Betreuungsdienste gGmbH
Wohn- und Betreuungverbund Wittstock
Wohnstätte Burgstraße
Burgstraße 19
16909 Wittstock
Ostprignitz-Ruppin

Betriebsleitung

Herr Kauter Betriebsleitung der Einrichtung  Wohnstätte Burgstraße

Herr Kauter
03394 4047010

Leitung

Frau Vanino
03394 400769

Lage

Über uns

Der heutige Wohnverbund für Menschen mit chronisch psychischen Beeinträchtigungen mit seinen Standorten ist Bestandteil eines umfangreichen Enthospitalisierungs- und Dezentralisierungsprogramms des AWO Bezirksverbandes Potsdam e. V. am Standort Wittstock. Seit 1992 konnten für über 100 Personen – jüngere und ältere – alternative Lebensräume in gemeindeintegrierten Projekten gefunden werden. Integration bzw. Reintegration in die Gemeinde ist das Betreuungsziel für die Menschen mit chronisch psychischen Beeinträchtigungen des Übergangswohnhauses. Dieses Mietobjekt wurde im Februar 2000 bezogen.

Bei dem Objekt in der Burgstraße handelt es sich um ein ehemaliges Wohn- und Gasthaus der Stadt Wittstock. Der Eigentümer richtete dieses Objekt gemäß den Anforderungen der Heimmindestbau-verordnung her und vermietet es uns zum sozial üblichen Mietpreis des Landes Brandenburg. Das Übergangswohnhaus liegt im Zentrum der Stadt Wittstock. In unmittelbarer Nähe des Hauses befinden sich die Post, der Bahnhof, der Marktplatz, das Rathaus und das Kino. Andere öffentliche Einrichtungen, wie z. B. die Stadtverwaltung und das Freizeitzentrum sind über eine vorhandene Stadtbuslinie innerhalb kurzer Zeit erreichbar. 16 Frauen und Männer leben in 5 separaten Wohnungen in Ein- und Zweibettzimmern. Jede Wohnung verfügt über Küche, Bad und Flur, die von den Bewohnern der Wohnung gemeinsam genutzt werden. Eine großzügig gestaltete Wohnküche, ein Therapieraum, ein im Dachgeschoß ausgebauter wunderschöner Kreativboden sowie der dazugehörige 300 Quadratmeter große Hof und vorhandene Kellerräume werden von allen Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses genutzt.

Das Übergangswohnhaus steht für Menschen offen, die auf Grund einer psychischer Beeinträchtigungen vorübergehend nicht in der Lage sind, ihre Lebensführung selbständig zu gestalten. Hier erhalten sie Anleitung und Unterstützung und erfahren Assistenz durch die Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams. Das Team wird von einer Krankenschwester mit gemeindepsychiatrischer Zusatzausbildung angeleitet, zum Team selbst gehören neben Krankenschwestern mit einer Fachausbildung in Neurologie/ Psychiatrie, ein Tischler, eine Erzieherin, eine Facharbeiterin für Ernährung und Hauswirtschaft und weitere Betreuungskräfte. Hauptziel des inhaltlichen und therapeutischen Konzeptes ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses ein schrittweises Unabhängigwerden von fremder bzw. professioneller Hilfe zu ermöglichen.

Das Übergangswohnhaus bietet seinen Bewohner/-innen folgende inhaltliche Schwerpunkte:

  • therapeutischer Raum zur Neuordnung oder zum Wiederaufbau sozialer Bezüge nach Abbruch von sozialen Beziehungen
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien des Lebens mit chronischen psychi-schen Beeinträchtigungen
  • Entwicklung von Selbstversorgung und Selbstorganisation
  • soziales Training und Selbstverantwortungstraining, welches durch das Team der Mitarbeiter/innen begleitet und „moderiert“ wird

Es wird angestrebt, dass die Bewohner/innen einer Arbeit bzw. einer arbeitsähnlichen Beschäftigung nachgehen können. Die besonders günstige Lage des Gebäudes und die darin befindlichen günstigen Wohnbedingungen ermöglichen sowohl die individuelle und inhaltliche Ausgestaltung des Betreuungskonzeptes als auch die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Das Wohnen in ausschließlich Ein- und Zweitbettzimmern auf der einen Seite, wie auch das Vorhandensein großzügiger Gemeinschaftsräume und eines Therapieraumes auf der anderen Seite lässt den Bewohner/-innen zu jedem Zeitpunkt genügend Spielraum, sich „für“ oder „gegen“ die Gemeinschaft zu entscheiden. Sie sollen damit die Möglichkeit erhalten, sich bei der Schaffung neuer sozialer Beziehungen „auszuprobieren“.

In Eigenverantwortung der Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses wird die Essenversorgung, Wäschepflege, Reinigung der Privat- und Gemeinschaftsräume Möglichst selbständig mit den vorhandenen Ressourcen organisiert. Die Altersstruktur der hier lebenden Bewohner fordert ein vielseitiges Angebot zur Freizeitgestaltung, wie Sportliche Aktivitäten, Kino- und andere Veranstaltungsbesuche, Ausflüge, Schwimmen, Museumsbesuche, Bowlingabende und das Arbeiten mit Computern sind nur einige Beispiele. Zur inhaltlichen Ausgestaltung des Konzeptes gehört auch die kurz- und mittelfristige Schaffung von tagesstrukturierenden Angeboten außerhalb des Wohnbereiches. Einige wenige Bewohner des Übergangswohnhauses arbeiten in der WfbM.

Für die Arbeitswelt für Menschen mit Behinderungen wurde fast ausschließlich das Instrument Werkstatt für behinderte Menschen ( WfbM ) flächendeckend eingeführt. Da sich diese klassisch als Einrichtungen für Menschen mit geistigen Behinderungen verstehen, stellen sie oft eine zu hohe Zugangsschwelle für Menschen mit chronisch psychischen Beeinträchtigungen dar oder werden von ihnen generell abgelehnt. Zuverdienstfirmen und Integrationsfirmen entstanden im Land Brandenburg, konnten aber nach Auslaufen einer Anschubfinanzierung nicht ausreichende wirtschaftliche Stabilität erreichen.

Arbeitsmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen fehlen. Diesem Mangel wurde entgegengewirkt, in dem ein Projekt geschaffen wurde, in welchem Bewohner aus einzelnen Bereichen des Wohnverbundes unter Anleitung eines Arbeits- und Beschäftigungstherapeuten verschiedene handwerkliche Tätigkeiten verrichten und Dienstleistungen innerhalb der Einrichtungen erbringen ( z.B. Essen- und Wäsche-transport, Gartenpflege etc.). Für das Projekt stehen separate Räumlichkeiten zur Verfügung, so daß auch für einige Bewohner des Übergangswohnhauses die Möglichkeit gegeben ist, ihre Arbeitstätte außerhalb der Wohneinrichtung aufzusuchen, um einer geregelten Beschäftigung nachzugehen. Dieses schrittweise Heranführen an arbeitsähnliche Prozesse ist unter Sicherstellung des Zwei-Millieu-Prinzip (Räumliche Trennung von Wohnen und Arbeit bzw. Beschäftigung) ein wichtiger Bestandteil der Wiedereingliederung.

Arbeitsprojekt:

Wir gehen davon aus, mit dem Übergangswohnhaus Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung die Möglichkeit zu eröffnen, nach einem zeitlich begrenzten „Erfahrungsprozeß“ die teilweise oder vollständige Verselbständigung und damit verbundene Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu erreichen. Das Übergangswohnhaus arbeitet mit allen an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Institutionen und Einrichtungen, wie Gemeindepsychiatrischer Verbund, Sozialpsychiatrischer Dienst, Ruppiner Kliniken GmbH, niedergelassenen Ärzten etc., zusammen. Im Vordergrund steht die Integration der Menschen in die Stadt Wittstock.