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Schwester Michaela kommt

Märkische Allgemeine

Michaela Keller aus Treuenbrietzen gehört zu den zehn ersten Schulkrankenschwestern, die in einem Modellprojekt des AWO-Bezirksverbandes Potsdam an Schulen eingesetzt werden. Die examinierte Krankenschwester mit Zusatzqualifikationen betreut die Diesterweg-Grundschule sowie die Solar-Oberschule in Beelitz.

Beelitz. Jetzt hat es Michaela Keller aus Treuenbrietzen auch amtlich. Die examinierte Krankenschwester mit mehreren Zusatzqualifikationen wird vorerst bis zum Ende des nächsten Jahres als zertifizierte Schulkrankenschwester an der Diesterweg-Grundschule sowie an der Solar-Oberschule in Beelitz arbeiten. Als einzige im Raum Potsdam/Potsdam-Mittelmark wurden beide Schulen für das landesweite Modellprojekt „Schulgesundheitsfachkräfte an öffentlichen Schulen im Land Brandenburg“ ausgewählt. Träger ist der AWO-Bezirksverband Potsdam. Im Kulturhaus Babelsberg in Potsdam erhielt Michaela Keller am vergangenen Freitag als eine von zehn Schulgesundheitsfachkräften, die für die 20 Modellschulen im ganzen Land ausgesucht worden waren, ihr Zertifikat.

„Mit dem Modellprojekt wollen wir sehen, wie Schulgesundheitsfachkräfte regelmäßig an Schulen eingesetzt werden können“, sagt AWO-Sprecher Stefan Engelbrecht. Studien und Befunde würden belegen, dass Kinder und Jugendliche am besten lernen können, wenn sie gesund sind und sich gesundheitsbewusst verhalten. In vielen Ländern der Welt gäbe es bereits qualifiziertes Personal an Schulen, das Schüler, Lehrer und Eltern in der Gesundheitsförderung berät und bei Unfällen oder Unwohlsein fachkundig entscheiden kann, ob Schüler nach Hause oder zu einem Arzt geschickt werden. Ein zweiter Punkt sei die gesundheitsbezogene Chancengleichheit für alle Kinder und Jugendlichen im zunehmend inklusiven Bildungssystem.

Nach einer Machbarkeitsstudie und der Erarbeitung eines Lehrplanes begann die AWO im November des vorigen Jahres in der Fachschule für Sozialwesen in Potsdam mit der dreimonatigen theoretischen Ausbildung der ersten zehn Schulkrankenschwestern. Im Mittelpunkt standen dabei schulpädagogische, sozialpsychologische und rechtliche Fragen. Seit Februar dieses Jahres bereitete sich Michaela Keller an den Beelitzer Schulen in einem Praktikum auf ihre Prüfung vor. Jeweils montags, mittwochs und freitags kommt sie in die Diesterweg-Grundschule, dienstags und donnerstags in die Solar-Oberschule. „Dabei geht es schon um das Pflaster nach einer Sportverletzung, ein Mittel gegen Übelkeit oder die Betreuung chronisch Kranker. Mein Schwerpunkt liegt aber vor allem in der vorbeugenden Vermeidung von Gesundheitsproblemen. Ich will Lehrer, Eltern und Schüler beraten und mit Schulsozialarbeitern, Heilpädagogen und Schulpsychologen ein Team zur Förderung des Gesundheitsbewusstseins an den Schulen bilden“, beschreibt die Krankenschwester ihre Aufgaben.

Für diesen Job hat die verheiratete Mutter dreier Kinder ihre Arbeit im Krankenhaus in Treuenbrietzen aufgegeben. Dort leitete Michaela Keller eine interdisziplinäre Intensivstation für Anästhesie und Rettungsstelle und war für 35 Mitarbeiter verantwortlich. „Ich wollte mich gern weiterentwickeln, wollte nicht nur erst helfen können, wenn Menschen bereits erkrankt sind. In meiner neuen Tätigkeit kann ich mehr darauf einwirken, dass schon Kinder und Jugendliche verantwortungsbewusster mit ihrer Gesundheit umgehen. In meiner näheren Umgebung gab es keine Schulen, die sich an dem Modellprojekt beteiligen. Darum habe ich mich für die Beelitzer Schulen entschieden.“

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